Reisebericht Teil I ist da !!! 15.08.2003


03.08.03

Um 4 Uhr hieß es Aufstehen. Die Reise sollte beginnen. Am Flughafen Tegel angekommen, wurde mir schon recht mulmig. Fremdes Land, fremde Sprache, völlig auf sich gestellt… Dazu kam das Wissen, Susi die nächsten 8 Wochen nicht sehen zu können. Nicht ganz einfach. Halb acht hob dann die Maschine nach London ab, wo ich das erste Mal umstieg. Der Landeanflug über London war sehr interessant, da man viele Sehenswürdigkeiten gut erkennen konnte. Um 11 Uhr startete die längste Etappe. 11 Stunden Nonstop nach Los Angeles. Und mal ganz ehrlich: 11 Stunden können seeeeehr laang sein. Da helfen auch 2 Spielfilme, 2 Mahlzeiten und ein gutes Buch nur wenig. In LA angekommen brach dann der Stress aus. 90 Minuten Zeit bis der nächste Flieger kommt. Also erstmal angestellt, um sich von Immigration Officer interviewen zu lassen. Hat man das überstanden, folgen weitere Kontrollen und die Gepäckaufnahme. Noch 45 Minuten Zeit. Rasch noch durch das Gate für die Anschlussflüge und die Koffer abgegeben … Und Zack, das war dann wohl ein Fehler. Hätte ja erst wieder einchecken müssen, da es kein Anschlussflug im eigentlichen Sinne war. Was nun? 40 Minuten Zeit und die Koffer sind weg. Also hab ich mir ne nette Flughafenmitarbeiterin gesucht und sie mit meinen paar Brocken englisch von meiner Notlage überzeugt. Und tatsächlich, die nette Dame sprintet los und macht sich auf die Suche nach meinen Koffern. Schwitz. Zitter. Und siehe da, 20 Minuten vor Abflug kommt sie mir mit meinem Gepäck entgegen. 1000 Dankesgrüße aussprechend sprinte ich auch schon zum Check-In. Oh oh.. Sind nur rund 300 Menschen vor mir. Also wieder nen netten Mitarbeiter gesucht und von meinem Zeitproplem erzählt. Wieder Glück gehabt. Lande auf diese Weise am Business-Class-Schalter, wo nur 4 Leute vor mir sind. Rasch noch durch den Security Check und zum richtigen Gate gesprintet und siehe da, gerade noch den Flieger erreicht. Puh, das war knapp. Um 18 Uhr Ortszeit war es dann endlich soweit: ich war in San Jose. Eine halbe Stunde später hatte ich auch mein komplettes Gepäck beisammen. Hurra. Aber wo war jetzt die Hertz-Station?? Nach einer halben Stunde umherirren hatte ich sie gefunden. Mit der Reservierung hatte auch alles geklappt. Und weitere 15 Minuten später saß ich in meinem Wagen. Kleine Überraschung am Rande: es war ein Automatik. Tja, Pech, dass ich noch nie Automatik gefahren bin. Aber im Handschuhfach gab’s ja ne Anleitung. Weitere 15 Minuten später wusste ich, wie’s geht und wo ich ungefähr hinmusste. Los ging’s. Nach einigen Schleifen und Falschabbiegen kam ich dann auch mit dem Verkehr zurecht und fand sogar mein Zielort. Dort wurde ich herzlich von meiner Vermieterin aufgenommen. Nach einem kleinen Rundgang, dem Ausladen und Auspacken des Gepäcks hatte ich dann aber nur noch ein Wunsch: Schlafen. Und so gingen um 21 Uhr Ortszeit bei mir die Lichter aus während in Berlin meine Susi gerade aufstand.

04.08.03

Leider gingen meine Lichter viel zu früh wieder an. Denn um 3 Uhr war ich dank des noch vorhandenen deutschen Tag-und-Nacht-Rhythmuses wach. Egal, um so mehr Zeit hatte ich für diesen ersten Tag in meiner neuen Umgebung. Zunächst einmal suchte ich mir eine Citibank. Geld abheben funktionierte wie in Deutschland prophezeit problemlos. Nun suchte ich mir erst mal einen Shop, um meine ersten Dollar auszugeben. Nebenbei, kein Wunder, dass die Amis keine großen Scheine annehmen. Denn die könnte sogar ich halbwegs gut fälschen. Meine erste Shopping-Tour war ein echtes Erlebnis. Riesige Regale, endlose Flure, freundliche Kassierer, Mitarbeiter, die die Einkäufe einpacken, machen das ganze zu einem echten Erlebnis. Was ich jedoch schnell merkte, war die Tatsache, dass alle „gesunden“ Lebensmittel schon um einiges teuerer waren, als Fastfood & Co. Egal. Nachdem ich meinem Kühlschrank eine Grundausstattung verpasst hatte, fuhr ich zum Social Security Office, um einige Formalitäten zu erledigen. Auch hier war die Freundlichkeit der Mitarbeiter bemerkenswert. Könnten sich viele deutsche Beamte mal ein Beispiel dran nehmen! Am Nachmittag fuhr ich dann zum ersten Mal nach Downtown. Nach endlos langer Parkplatzsuche und ein paar Straßen Fußmarsch, warf ich dann einen ersten Blick in die Innenstadt. Besonders schön fand ich den zentralen Platz, an dem am Wochenende ein Open Air Jazz Festival stattfinden wird. Werde ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Rings herum findet man einige erstklassige Hotels, das Tech-Museum und andere interessante noch zu besichtigende Mussen und Gebäude. Nach diesem ersten Rundgang fuhr ich noch schnell den Weg zu meiner zukünftigen Arbeitsstelle ab und stoppte unterwegs noch in einem größeren Shopping-Center, um meinen ersten amerikanischen Hotdog zu genießen. Abends fiel ich dann müde und zufrieden ins Bett.

05.08.03

Heute schlief ich immerhin schon bis um 5 Uhr. Vielleicht wird’s morgen dann ja sogar bis 7 Uhr reichen. Am Vormittag besuchte ich den Japaneese Friendship Garden. Eine wunderschöne angelegte japanische Gartenlandschaft und wunderschöne kleine Teiche mit zahlreichen farbenprächtigen Kois sorgten für Entspannung pur. Im Anschluss besuchte ich den Historic Park, wo viele Gebäude besichtigt werden können, die denen vor 100 Jahren nachempfunden worden. Hatte ein klein wenig Wild-Western-Stil. War ebenfalls ein interessantes Ausflugsziel. Nebenbei, so langsam gewöhne ich mich an die hiesigen Verkehrsregeln und Fahrgewohnheiten. Bei rot abbiegen und Kreuzungen nach dem Motto first stopped first drive sind doch recht neu für mich. Am Nachmittag dann bereitete ich mich brav auf meinen morgigen ersten Arbeitstag vor. Bin schon sehr gespannt.

09.-10.08.03

Diesen Samstag war ich im Tech-Museum. War schon ziemlich interessant, da man viele Sachen selber ausprobieren konnte. Anschließend war ich im IMAX und habe mir den Film Top Speed angesehen. War echt keine gute Idee. Mir war hinterher dermaßen schlecht, das glaubt man gar nicht. Der anschließende Bummel über das Jazz Festival von San Jose fiel auch relativ kurz aus. Waren einfach zu viele Menschen. Auf dem zentralen Platz konnte man kaum laufen. Trotzdem ein interessantes Spektakel. Musik an jeder Ecke. Und Amerikaner in allen Versionen. Am Nachmittag gönnte ich mir dann meinen ersten Kinobesuch. Tomb Raider 2. War ein guter Film. Das Kino an sich fand ich enttäuschend. Sehr kleiner Saal, sehr kleine Leinwand. Sonntag schlenderte ich durch Japan Town, einem japanischen Stadtteil San Joses. Sah mir aber schon ziemlich amerikanisiert aus. Schöner war da schon der anschließende Bummel durch den Chinese Culture Garden. Am Nachmittag beging ich dann den zweiten schweren Fehler an diesem Weekend. Ich fuhr in die Berge zum Lick Observatorium. Hunderte Serpentinen sorgten schnell für eine noch heftigere Überkeit. Endlich oben angekommen entschädigte dann jedoch der wundervolle Ausblick über das Sillicon Valley. Auch das Teleskop war ziemlich beeindruckend. Auf dem Rückweg begegnete mir dann mein erster Koyote und einige Geier. Wildness feeling pur. So verlief das erste Wochenende recht ereignisreich, wenn’s auch ein paar üble Schattenseiten hatte :)))


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