Auf in den Wilden Westen ... 08.09.2003


06.09.-07.09.03

An diesem Wochenende ging es nicht back to the future, sondern back to the past. Genauer gesagt in den Wilden Westen. Mit dem Auto machte ich mich auf, um an den Lake Tahoe zu fahren. Dieser ist einer der schönsten Seen Kaliforniens. Schon vom ersten Anblick war ich tief beeindruckt: Malerisch gelegen und tief blau strahlte mir der See entgegen. Ausgiebigst fuhr ich um den See. Zwischenstation machte ich unter anderem bei dem kleinen Schlösschen Vilkingsholm, um es mir zu betrachten. Der Lake Tahoe liegt genau auf der Grenze zu Nevada. Das Überfahren der Grenze merkte man sofort. Dutzende Casinos standen am Straßenrand. Doch ich widerstand :)
Am Ostufer des Sees besuchte ich die aus der Serie „Bonanza“ berühmte Ponderosa Ranch. Hier wurde die Originalserie in der 60er Jahren gedreht. Um die bekannte Ranch herum hat man nun einen Wild Western Erlebnis Park gebaut. So langsam kam ein wenig das Gefühl auf, wirklich in der Vergangenheit zu sein. Spontan entschloss ich mich, anschließend ein wenig tiefer nach Nevada hinein zu fahren, um mir die aus der Serie bekannte Stadt Virginia anzuschauen. Auch hier waren viele Gebäude nach Vorbild aus der Vergangenheit restauriert worden. Ein sehr interessanter Ausflug. Beeindruckend war für mich auch die Landschaft. Während sich um den Lake Tahoe herum riesige Wälder erstreckten, fand ich in der Wüste Nevadas nur wenige Meilen entfernt kaum Vegetation. Nach einem langen Tag fuhr ich wieder ein wenig Richtung Heimat, um in der Stadt Placerville zu übernachten. Inzwischen machte sich bei mir auch die Tatsache bemerkbar, dass ich seit 5 Uhr morgens fast 15 Stunden im Auto gesessen habe. Mein Kopf hat ganz schön gebrummt.
Am nächsten Morgen war ich wieder halbwegs munter. Gerade holte ich mir im Hotel Office einen Kaffe, da sprach mich die Hotelmanagerin überraschender Weise auf Deutsch an. Sie hatte gesehen, dass ich aus Berlin kam und berichtete mir, dass sie ursprünglich ebenfalls Berlinerin sei. 1965 wollte sie nur mal für ein Jahr in Kalifornien arbeiten. Tja, und inzwischen ist das ein ziemlich langes Jahr :))
Nach dem Frühstück machte ich mich auf, mich in Placerville, das früher Hangtown hieß, umzusehen. Und tatsächlich entdeckte ich in dieser alten Goldgräberstadt noch einen alten Galgen. Auch hier war die Innenstadt wieder liebevoll restauriert. Mit begegnete sogar eine alte Postkutsche mit ein paar Cowboys und anderen illustren Fahrgästen. Anscheinend wurden hier gerade ein paar Filmaufnahmen gedreht.
Heute sollte meine Fahrt weiter über den Highway 49 gehen, der bekannt ist für seine alten Goldgräberstädte. In Coloma sah ich mir die Stelle an, an der ein Arbeiter Names Marshall zum ersten Mal in Kalifornien Gold fand. Er entdeckte die Nuggets der Legende nach beim Freilegen einer Schaufel des Wasserrades seiner Sägemühle. Diese Mühle steht noch heute in Coloma. Damit löste er den bekannten Goldrausch aus und der Wilde Westen wurde von Goldsuchern aus aller Welt überflutet. Eine weitere Stadt mit historischen Gebäuden ist Auburn. Auch hier schaute ich mich ein wenig um.
Am Nachmittag fuhr ich weiter nach Sacramento – genauer gesagt nach Old Sacramento, einem Stadtteil dieser Stadt. Viele wunderschön restaurierte alte Gebäude aus der Zeit des Wilden Westens machten diese Stadt genauso interessant, wie das örtliche Eisenbahn Museum. Die alten Dampfloks erstrahlen hier in neuem Glanz. Fast wünscht man sich, einmal in der Vergangenheit eine Fahrt mit einer dieser edlen und beeindruckenden Fortbewegungsmittel mitmachen zu können.
Am Abend kam ich dann erschöpft wieder in San Jose an. Ich hatte mittlerweile mehr als 1000 km zurückgelegt, was ich auch deutlich spürte.


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