10.10.-13.10.03
Nachdem ich in der Vorwoche eine tolle Rundfahrt durch Kalifornien gemacht hatte (ich besuchte zusammen mit meiner Susi noch einmal San Francisco, Lake Tahoe und Yosemite) habe ich an diesem Wochenende erneut Nevada betreten. Diesmal um die Stadt des Glückspiels – Las Vegas – zu besuchen. Es war einfach grandios. Am Freitagabend angekommen konnte ich vom Flugzeug einen ersten Blick auf den „Strip“ werfen. Las Vegas leuchtete wie ein Weihnachtsbaum. Ich freute mich schon auf den nächsten Tag.
Am Samstag stand ich dann bereits um halb acht auf, um mich auf den 2 Milen entfernten Strip zu machen. Und auch am Tag war ich tief beeindruckt. All diese gigantischen Hotels. Überall Musik, Leben und Bewegung. Gemütlich bummelte ich entlang des Strips und betrachtete mir zunächst einmal die meisten Hotels von außen. Dazu gehörten u. a. die folgenden: Luxor, Excalibur, Tropicana, MGM, Bellagio, Mirage, Cäsars Palace, Treasure Island, Aladin und viele mehr. Am Ende des Strips angekommen stattete ich dem Stratosphere Tower, einem 365m hohen Aussichtsturm, einen Besuch ab. Von hier hatte man einen tollen Ausblick über ganz Las Vegas. Auf dem Rückweg schaute ich mir nun auch die ersten Hotels von innen an. Und hier kam ich aus dem Staunen kaum noch heraus. Quasi jedes Hotel hatte seine eigene riesige Shoppingmile. Jeweils im entsprechenden Stil. Einige hatten künstliche Himmel, andere waren voll von Prunk. In jedem entstand eine eigene ganz besondere Atmosphäre. Ich kam aus dem Staunen überhaupt nicht mehr heraus. Beeindruckend waren natürlich auch die Casinos. Jedes Hotel hatte sein eigenes riesiges Casino voll mit einarmigen Banditen, Black Jack Tischen und allem, was sich das Spielerherz so wünscht. War schon verrückt zu sehen, wie viele Menschen bereits in den frühen Stunden zockten. Und es war schockierend für mich, wie da die Hunderter und Tausender über so manchen Tisch wanderten. Mich zogen vor allem die Slot Machines an. Ich suchte mir also einen mit geringem Einsatz (die Automaten umfassten eine Spanne von 5 Cents bis 15 Dollar pro Spiel) und los gings. Mir gings gar nicht so sehr um den großen Gewinn, sondern einfach um das Spielen selbst. Ich suchte mir also ein paar 5 Cent Automaten und startete. War schon toll, wenn immer mal wieder eine richtige Kombination kam und ich plötzlich 10, 20 oder auch mal 50 Münzen gewann. Genauso schnell verschluckten die Machinen die Münzen allerdings auch wieder. Doch plötzlich traute ich meinen Augen kaum. Ich hatte mal wieder ein richtige Kombination. Der Automat fing an die Gewinnmünzen aufzuaddieren. Und wie er das tat. Das wollte gar nicht mehr aufhören. Plötzlich sah ich mich der Zahl von 2000 Münzen gegenüber. Sofort drückte ich auf Cash und ließ mir die Summe auszahlen. Ich hatte gerade 100 Dollar gewonnen. Einfach cool. Zufrieden mit meinem Glück hörte ich auf zu spielen und zog weiter. Vor dem Bellagio schaute ich mir dann eine der vielen kostenlosen Attraktionen der Hotels an. Hier tanzten alle halbe Stunde eine riesige Zahl bis zu 75 Meter hoher Fontainen zu klassischer oder moderner Musik vor dem Hotel. Ein gigantischer Anblick. Ich freute mich schon drauf, das ganze bei Nacht und beleuchtet von Scheinwerfern zu sehen. Mittlerweile war es auch schon später Nachmittag und so wanderte ich langsam zu meinem Hotel zurück.
Hier wurde ich dann am Abend abgeholt, denn ich hatte einen Helicopter Rundflug über Las Vegas gebucht. Am Start- und Landeplatz angekommen war ich schon ganz aufgeregt. Und los ging’s. Was ich nun sah, war ebenfalls atemberaubend. Las Vegas bei Nacht und aus der Luft war unbeschreibbar. Überall hell beleuchtete Lichter. Alle Hotels erstrahlten in allen vorstellbaren Folgen. Aus der Spitze des Luxors, welches wie eine schwarze Pyramide aussieht, schoß ein 250 Milen (!!!) weit sichtbarer Lichtstrahl in den Himmel. Leider war der Rundflug nur 15 Minuten lang. Ein kurzes aber unvergessliches Erlebnis. Nach dem Flug ließ ich mich wieder auf dem Strip absetzen, um mir das Spektakel bei Nacht und aus der Nähe anzuschauen. Ich weiß gar nicht, was mich am meisten beeindruckt hat, All die bunten hell erstrahlten Hotel, der nachgebaute Eiffelturm des Hotels Parise, die Wasserfonteinen des Bellagio oder der künstliche Vulkanausbruch vor dem Mirage. Es war einfach erschlagend. Voll von Eindrücken und überwältigt viel ich um 1 Uhr morgens in mein Hotelbett – allerdings in dem Wissen, um halb 6 bereits wieder aufstehen zu müssen. Denn am Sonntag gings auf in Richtung Arizona, um den Grand Canyon zu besuchen. Seit ich denken kann, war es ein Traum von mir einmal am Grand Canyon zu stehen. Die Fahrt dahin war ziemlich lang, aber dank des echt witzigen Busfahrers Jimmy, der voll von Geschichten, Informationen und Anekdoten war, verging die Zeit schnell. Zwischenstopp machten wir u. a. am Hoover Damm, der dank seiner Größe ebenfalls sehr beeindruckend war.
Um die Mittagszeit erreichten wir dann den Grand Canyon. Und plötzlich dort oben zu stehen mit der gigantischen Kulisse vor einem, haute mich fast um. War das riesig. Über 20 km breit, fast 2 km tief erstreckte sich der Canyon in schillernden Farben vor mir. Irgendwie war das so unreal. Wie ein gigantisches Bild, das jemand da platziert hat. Erst wenn man ganz dicht am Rand stand und in die Tiefe schaute, spürte man, wie real das war. Wir steuerten insgesamt 2 Aussichtspunkte an. Beide beeindruckten mich zutiefst und erfüllten mir einen Traum.
Aber auch dir Rückfahrt nach Vegas war sehr schön. Die weiten Flächen Arizonas, die Berge am Horizont und die in schillernden Rottönen untergehende Sonne prägten sich mir als Bild ein. Ein weiterer unbeschreiblicher Tag ging zu Ende.
Am Montag dann, den ich dank des Columbus Tages ebenfalls frei bekommen hatte, zog ich noch durch die restlichen Hotelsund Casinos, die ich mir bisher noch nicht angesehen hatte. Ich beschloss, mein restliches Kleingeld auszugeben. Diesmal jedoch leider ohne großen Erfolg. Machte jedoch nix, denn ich hatte ja die Hundert Dollar. Und es war ein verdammt gutes Gefühl, die Spielhölle Las Vegas mit einem positiven Saldo zu verlassen. Hätte ich vorher echt nicht gedacht. Beim letzten Spiel jedoch wollte ich es wenigstens einmal probieren. Ich suchte mir die Slotmaschine mit dem Mega Jackpott von über 17 Millionen Dollar und fütterte sie mit einer Fünf Dollar Banknote. Denn wer hat ihn nicht, den Traum vom großen Geld. Was könnte man nicht alles mit 17 Millionen machen. Ich zog den Hebel und wartete voller Erwartung. Und dann passierte es. Es war unglaublich. Nie hätte ich das erwartet. Aber es geschah tatsächlich. Ich gewann NICHTS :)))))
Und so ging ein Wochenende zu Ende, das für mich mit Sicherheit der Höhepunkt meiner Zeit in den USA war.
|