Alcatraz 27.08.2003


26.10.03

So langsam neigt sich meine Zeit in Kalifornien dem Ende zu. Dieses Wochenende nahm ich Abschied von San Francisco, welches ich ein letztes Mal besuchte. Ich wandelte auf den Spuren von berühmten Verbrechern wie Al Capone und George „Machine Gun“ Kelly, welche einige Jahre auf Alcatraz verbringen durften. Dieses wohl berühmteste aller Gefängnisse war mein Ziel. Doch fangen wir von vorne an. Bereits in der Nacht fuhr ich los. Mein erstes Ziel war wieder einmal Twin Peaks, wo ich den Sonnenaufgang erleben wollte. San Francisco, welches anscheinend auch von mir gebührend Abschied nehmen wollte, zeigte sich von der aller schönsten Seite. Der sternenklare Himmel über mir und die Skyline von Downtown unter mit durfte ich einen wunderschönen Sonnenuntergang erleben. Die Luft war angenehm mild und selbst die Golden Gate Bridge präsentierte sich dieses Mal gänzlich ohne Nebelkleid. Ein toller Start in den Tag.
Ein wenig später, nachdem die Sonnenstrahlen auch das letzte Eckchen erreicht hatten, fuhr ich zur Warf, wo mein Schiff ablegen sollte. Zum Glück hatte ich mein Ticket per Internet vorbestellt. Denn innerhalb weniger Minuten waren alle Tickets für diesen Tag ausverkauft.
Um 11 Uhr legten wir ab mit Ziel Gefängnisinsel. Dort angekommen startete ich meine Besichtigungstour. Außen sah alles sehr alt, baufällig und karg aus. Doch innen bekam ich erst ein richtiges Gefühl dafür, wie hart das Leben der Gefangenen hier gewesen sein musste. Zellen auf 3 Etagen verteilt und dicht an dich mit tonnenschwerem Stahl versperrt beherbergten bis vor Schließung von Alcatraz vor 3 Jahrzehnten viele der hartgesottensten und gefährlichsten Verbrecher der USA. Die Zellen an sich waren winzig und karg. Die Wände mit unangenehmen Grüntönen gestrichen. Auch die Isolationszellen, in denen Gefangene Monate lang nicht mal für eine Minute heraus durften und die „Löcher“ – Zellen, in denen Gefangene tagelang völliger einsamer Dunkelheit ausgesetzt waren, schaute ich mir an. Schon ein mulmiges Gefühl. Ich war froh, dass ich hier jederzeit wieder raus durfte.
Bevor ich dann die Rücktour antrat schaute ich mich noch ein wenig auf der Insel um und genoss den Ausblick, den man von hier auf San Francisco und die Golden Gate Bridge hatte. Nach dieser sehr interessanten Tour trat ich meine Abschiedstour an. Noch einmal fuhr ich über die prächtig rot schillernde Golden Gate Bridge, um die Bay herum und über die Oakland Bridge zurück.
Frohen Herzens nahm ich Abschied von dieser wunderschönen Stadt, in die ich mich regelrecht verliebt hatte.


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